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Neues aus unserer Schule – jetzt gibt’s auch Frühstück

Die Brote werden geschmiert.

Nach einer Woche Ferien startete am 4. Januar 2021 an unserer Schule „la lumière – das Licht“ wieder der Unterricht. Zur großen Überraschung unserer Schulkinder gibt es nun auch ein Frühstück. Täglich liefert der Bäcker 31 Baguettes, die dann vor Unterrichtsbeginn von vier Kindern unserer Schule mit Butter bestrichen werden. Pünktlich um 7:45 Uhr, bevor der Unterricht beginnt, bekommen alle Schülerinnen und Schüler auf dem Pausenhof ihr Frühstücksbrot. Seitdem kommen alle Kinder pünktlich zum Unterricht. 

Das ist kein Wunder, denn bislang kamen die meisten Schulkinder hungrig zur Schule. Oftmals war das Mittagessen an unserer Schule die einzige Mahlzeit. Einige Kinder hatten so starke Bauchschmerzen, dass an Lernen nicht zu denken war. In den letzten Monaten, vor allem unter dem Corona-Lockdown, verschlechterte sich die Ernährungssituation vor allem unter den ärmeren Bevölkerungsschichten. „Hilfe für Guinea e.V.“ spendete bereits dreimal einen Sack Reis mit Geld für Soße an besonders bedürftige Familien unserer Schulkinder.

Die Brote werden an alle Schülerinnen und Schüler verteilt.


Reis für 29 Familien

Liebe Unterstützer und Förderer von Hilfe für Guinea e.V.! Wir sind überwältigt von Ihrer Anteilnahme und Ihren großzügigen Spenden, die unter dem Stichwort „Reis“ auf unser Spendenkonto eingingen. 4300 € sind zusammengekommen! Damit sichern wir das Überleben der Kinder unserer Schule „la lumiére – das Licht“ und ihrer Familien. In einer ersten Spendenaktion konnten wir 29 Familien mit einem Sack Reis und 5€ für Soße versorgen. Für zwei Monate ist nun zumindest die Grundversorgung gesichert. Die Spendensumme ist so hoch, dass wir diese Aktion fortsetzen werden und alle Familien mit zwei weiteren Reissäcken unterstützen können. Das Guineische Fernsehen war bei der Spendenaktion live dabei. Der Bericht ist auf unserer Webseite www.hilfe-fuer-guinea.de zu sehen. Wir danken von ganzen Herzen und werden über die weiteren Aktionen berichten. Herzlichst Cordelia Hoppe, Ibrahim Touré, Ulrike Detjen und Thomas Jaitner (Vorstand).  
Viele Säcke Reis
Reisverteilung in Conakry
Reisausgabe in Conakry
Der Reis reicht für 2 Monate

Das Grundstück ist da!

La Lumière – Das Licht – das Grundstück ist da!

Unser Schulprojekt „la Lumière – das Licht“ hat einen großen Schritt nach vorn gemacht. Anfang Februar hat Ibrahim Touré in Guinea den Vertrag für den Kauf des Schulgeländes unterschrieben. Es liegt etwa 30 kilometer nördlich der Hauptstadt Conakry. Jetzt kann die konkrete Planung starten.

2020 soll der Bau der Schulgebäude beginnen, wir hoffen dabei auf die Unterstützung der Architekturhochschule Düsseldorf, die Erfahrung mit Schulbauten in Guinea hat. Die Schule soll Kinder in 6 Jahrgangsstufen (Klassen 1-6) aufnehmen. Der Staat Guinea hat zugesagt, vier Lehrkräfte zu stellen. Momentan bereiten wir den Transport von Schul- und Kitamöbeln, die uns kostenlos zur Verfügung gestellt wurden, nach Guinea vor. Sie sind für die neue Schule vorgesehen und werden in der Zwischenzeit vor Ort gelagert.

Der Schulbau wird voraussichtlich etwa 100.000 € kosten. Wir möchten Sie / Euch noch einmal um Spenden bitten. Jeder Euro lohnt sich. Hier das Spendenkonto:

Hilfe für Guinea e.V. BB-Bank Köln

IBAN: DE35 6609 0800 0011 8818 17

Stichwort: Schulbau

Der Verkäufer unterschreibt den Kaufvertrag.
Der Notar besiegelt den Kauf.
Das Grundstück wird vorbereitet und die Begrenzung gebaut.
Die Ziegel für die Begrenzung sind gebrannt.

Prävention

Um die Erkrankungsrate zu reduzieren, leisten wir seit 2013 Aufklärungsarbeit. Denn die beste Gesundheitsbehandlung ist immer noch die Vorbeugung, Hauptsächlich geht es dabei um folgende Themen:

  • Familienplanung
  • Ebola- Prophylaxe
  • Malaria
  • Hygiene und Vermeidung von Wurmerkrankungen
  • Aids

Mobile Rollstuhlwerkstatt

Herr Keita, selbst Körperbehindert und an den Rollstuhl gebunden, hilft mit der mobilen Rollstuhlwerkstatt überall da, wo er gebraucht wird. Damit aus kleinen Schäden wie einem Platten nicht wieder eine dauerhafte Immobilität wird, hat der Verein 2014 dieses Projekt ins Leben gerufen.

Die Kiste für kleine Pannenfälle ist mit Schläuchen, einer kräftigen Pumpe, Flickmaterial und gutem Werkzeug ausgestattet. So kann den Rollstuhlfahrern schnell geholfen werden.

 


Nähsalon

Seit 2015 gibt es unseren Nähsalon. Körperbehinderte Frauen nähen hier die Schuluniform für die Schulkinder unserer Schule sowie Stoffbeutel und Mäppchen.

Mittlerweile erhalten sie Aufträge aus dem Stadtviertel. Nähmaschinen, Stoffe und Zubehör werden vom Verein finanziert. Die Bezahlung durch den Verein sowie die Einnahmen aus den Auftragsarbeiten ermöglicht ihnen ein Leben ohne Betteln.

  


Gesundheitsprävention: durch Ebola wichtiger denn je

Seit Frühjahr 2013 klärt unser Team der „Mobilien Arztpraxis“ Woche für Woche über Erkrankungen wie Malaria, Wurmbefall oder Choleragefahren auf. Die Resonanz war gewaltig, erste Erfolge sichtbar – bis Ebola ausbrach. Mit Blick auf die Gesundheit unserer Mitarbeiter vor Ort bleibt der Krankenwagen von „Hilfe für Guinea“ seit April 2014 im Depot – so traurig wir auch selbst über diesen notwendigen Schritt sind.

Im Januar 2015 wurde in Guinea der Schulbetrieb wieder aufgenommen. Die Kinder kehren erst zögerlich aus ihren Familien ins öffentliche Leben zurück.
Wir wollen sie dabei unterstützen, über Ebola informieren, aber auch versuchen, falsche Ängste abzubauen.
Mit Ihrer Spende können Sie dieses Projekt gezielt unterstützen!


Infobrief Januar 2015

Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer von „Hilfe für Guinea e.V.“

seit über einem Jahr wird Guinea von einer der bisher schlimmsten Ebola-Epidemien in Westafrika heimgesucht. Ein Ende ist nach wie vor nicht in Sicht. Unsere Projekte „Mobilie Arztpraxis“ und „Operationen“ liegen auf Eis.
Bisher dachten wir, werden die Dörfer, die unsere „Mobilie Arztpraxis“ erfolgreich vor der Epidemie angefahren hat, verschont bleiben, aber seit einer Woche ist es nun traurige Gewissheit, dass nun auch um und in Forekariah Ebola ausgebrochen ist. Wir bangen um die Menschen in den Dörfern und besonders um Ibrahims Familie. Einige Verwandte sind in der letzten Woche an Ebola verstorben.
Wie sieht die Situation vor Ort aus?
Das Rote Kreuz ist da und beobachtet die Menschen in den Dörfern, die mit Ebola-Patienten oder Verstorbenen in Berührung gekommen sind.
Die Arbeit ist sehr beschwerlich, da die Dorfbewohner in die angrenzenden Wälder fliehen oder ihre Erkrankten verstecken. Erkrankte werden oft zu nahen anderen Verwandten oder zum Heiler gefahren. So breitet sich Ebola immer wieder weiter aus.
Blutproben müssen nach Conakry ins Labor geschickt werden (120 km in ca 5 Stunden).
Desinfektion für die Hauhalte – eigentlich umsonst – ist zum lukrativen Geschäft geworden.
Der Vorstand hat deshalb beschlossen, Geld für die fehlenden Desinfektionsmittel in den Dörfern um Forekariah zu spenden. Unser Team vor Ort wird dafür sorgen, dass die Mittel dort ankommen, wo sie am nötigsten gebraucht werden.

Die Situation des Abwartens begleitet uns als Verein seit einem Jahr.
Trotz alledem sind wir weiterhin aktiv hier in Deutschland, denn all unsere Projekte in Guinea leben von Spendengeldern.
100% der Spenden gehen direkt in die Projekte, Verwaltungsausgaben werden über die Mitgliedsbeiträge finanziert.


Information an die Mitglieder Dezember 2014

Liebe Mitglieder,

Ibrahim hat am Dienstag (16.12.2014) wieder mit dem Vorstand in Guinea telefoniert. Alle Teammitglieder und die Körperbehinderten sind wohlauf.
Die Situation ist nach wie vor angespannt, Ebola noch immer nicht unter Kontrolle.
Die Guineische Regierung plant, den Start für das Schuljahr 14/15 noch einmal zu verschieben. Kein Kind geht z.Z. in Guinea zur Schule. Ein reguläres Schuljahr geht von Oktober bis Mai.
Nach wie vor sind die Überlebensbedingungen der Körperbehinderten unvorstellbar. Seit der Ebola-Epidemie gibt es kaum noch Betteleinnahmen und nur noch selten eine Mahlzeit am Tag. Deshalb hat der Vorstand beschlossen, die Familien der Körperbehinderten zum Jahresende 2014 mit je einem Sack Reis zu unterstützen.
Ein 50 kg Sack Reis kostet derzeit 25 €.

All unsere derzeitigen Projekte sind mit viel Engagement aller Mitglieder gestartet. Durch die nach wie vor anhaltende Ebola- Epidemie sind wir gezwungen, unsere Projekte auf Eis zu legen. Wir hoffen auf ein Ende dieser Epidemie. Dies soll uns aber nicht davon abhalten, weiter für unsere Projekte zu werben. Denn alles steht und fällt mit der Finanzierung.
Unterstützt uns dabei z.B. über Patenschaften, Aktionen, Spendendose statt Blumenstrauß oder den Erwerb unserer wunderbaren Karten damit die nötigen finanziellen Mittel für die einzelnen Projekte gesichert sind.

Euer Vorstand


Ein Sack Reis – kleine Spende, große Wirkung

Die Körperbehinderten in Guinea stehen in der gesellschaftlichen Hierarchie ganz unten. Das zeigt sich an ihren erbärmlichen Wohn- und Lebensverhältnissen, an ihrer gesundheitlichen Verfassung und daran, dass sie oft Hunger leiden. Auch wenn das Hauptanliegen unseres Vereins ist, dauerhaft Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, verschließen wir nicht den Blick davor, ganz unbürokratisch Bedürftigen schnell unter die Arme zu ergreifen und spontan „Freude zu schenken“.

Das scheint mit unserer Weihnachtsaktion 2014 vollends gelungen: An eine ausgewählte Zahl von Körperbehinderten verschenkten wir jeweils einen 50-Kilogramm-Sack Reis pro Familie. Reis ist das Grundnahrungsmittel Nummer eins in Westafrika. Dazu gab es einmalig Fleisch und Gemüse für einen hoffnungsvollen und freudigen Jahreswechsel als Spende von uns.


Informationen zu Ebola

Liebe Vereinsmitglieder,
täglich hören und lesen wir von der Ebola-Epidemie in Westafrika. Die Prognosen stimmen sehr nachdenklich.
Wir sind sehr besorgt um die Gesundheit der Menschen in Guinea, besonders um die der Körperbehinderten, da sie täglich zum Bettelpunkt rollen müssen. Alle unsere Projekte ruhen derzeit, da wir unser Personal in Guinea nicht in Gefahr bringen wollen. Die „Mobile Arztpraxis“ steht und rollt nicht mehr.

Unser Präventionsteam ist derzeit nicht tätig und noch ist unklar, ob das Schuljahr überhaupt im Oktober 2014 starten wird. Die guineische Regierung plant die Verschiebung des Schulstarts, da die nötigen Desinfektionsmittel fehlen. Geplant ist, Ebola – mit Bildmaterial – als Thema für unser Präventionsteam aufzunehmen, um aufzuklären. Durch Ebola wird sich unser Schulprojekt um Monate verschieben.

Beim letzten Telefonat mit dem Vorstand in Guinea am 19.09.2014 erfuhren wir, dass alle gesund sind, aber große Ängste wegen Ebola haben. Nicht unter Menschen zu gehen ist in Guinea unmöglich, denn aufgrund der fehlenden Stromversorgung muss täglich für das Essen auf dem Markt eingekauft werden. Und neben Ebola gibt es nach wie vor die üblichen Erkrankungen wie Cholera, Typhus, Malaria, Wurmbefall etc.

Die guineische Regierung hat Geburtsstationen in Conakry geschlossen, Operationen finden kaum noch in den wenigen Krankenhäusern statt. Erkrankte, die mit Fieber, Kopfschmerzen oder anderen Beschwerden untersucht werden wollen, bekommen keinen Arzt zu sehen, da diese Angst haben, sich mit Ebola zu infizieren.


Eindrücke aus Conakry

Gemeinsam mit Marek, dem Fotografen und Kameramann, fliege ich am 23.3.2011 nach Conakry. Cordelia und Toure erwarten uns mit ihren Kindern am Flughafen. Ein Freund hat ihnen Zugang verschafft, denn eigentlich dürfen nur Passagiere hinein. Alia, der unseren Krankenwagen fährt und instand hält, wartet auf dem Parkplatz. Er soll Marek und mich in den vier Wochen unseres Aufenthaltes fahren. Es ist Abend und Conakry liegt im Dunkeln, Licht geben Autos und die an den Straßenrändern brennenden Müllhaufen. Viele, viele Menschen sind auf den Straßen, lachende, schwatzende Gruppen sammeln sich vor Fernsehern.

Essen

Infobrief_2Auf dem Weg zur Wohnung der Familie holen wir bei Mme Fifi Essen ab, das sie für uns gekocht hat. Denn eine Küche hat auch die Wohnung, die der Hafenmeister Mr. Sankhon der Familie Hoppe-Toure zur Verfügung gestellt hat, nicht. Das Essen wird überall ebenerdig im Innenhof [oder an der Straße] gekocht, der kleine Metallkocher wird mit Holzkohle angefeuert. Es gibt Frittiertes: Kartoffeln, Kochbananen, Maniok, Hähnchen- fleisch. Lecker. Neben Mme Fifi kochen Toures Nichte und die Frau von Toures Freund Gassim für uns, je nachdem, welche Wegstrecken wir an dem Tag zurücklegen. Und meistens gibt es Reis mit einer Soße aus Fisch oder Hähnchenfleisch, etwas Gemüse und viel Chili. Manchmal kochen auch Cordelia und Toure auf dem kleinen Gaskocher, den sie in Conakry gekauft haben. Vor jedem Essen – und dies gilt für jede Kleinigkeit – reiben wir Geschirr und Besteck mit einem Feuchttuch ab und desinfizieren unsere Hände. Auf diese Weise konnte sich die Familie bei allen Aufenthalten in Guinea vor Durchfallerkrankungen schützen, jetzt mit dem Ausbruch von Ebola, wurden diese regelmäßigen Desinfektionen noch wichtiger.

Autofahren

ist eine zeitraubende Tätigkeit in Conakry. Wie viele Stunden haben wir im Auto oder am Straßenrand verbracht! In der Stadt leben geschätzte 3 Millionen Menschen. Es gibt nur eine Ampelanlage – vor der Residenz des Präsidenten. Jeder fährt eigentlich, wie er will, es erinnert an Fußgänger, die kreuz und quer durcheinander laufen. Mit viel Hupen und Absprachen verständigt man sich. Da das alles im Schritttempo passiert, klappt es in der Regel recht gut, es kostet nur unendlich viel Zeit. Fußgänger müssen auf der Straße gehen, da die Bürgersteige für viele andere Tätigkeiten genutzt werden. Zwischen immer wieder sich aufhäufenden Müllbergen wird verkauft und eingekauft, wird getrunken und gegessen, wird Geschirr gespült und Wäsche gewaschen, werden Autos und Fernseher repariert und alte Geräte nach Brauchbarem ausgeweidet. Um an den Rand von Conakry zu kommen, benötigt man bis zu zwei Stunden. Conakry liegt auf einer langgezogenen Halbinsel, der Hafen und das eigentliche Zentrum liegen unten an der Spitze. So bewegt sich der Verkehr immer in eine Richtung, stadteinwärts oder -auswärts und überwiegend auf einer Straße. Meist sieht man Autos aus unterschiedlichen europäischen Ländern, die bei uns ausgemustert wurden – erkennbar an den alten Länderplaketten und an den Beschriftungen ehemaliger Firmenwagen, es gibt sogar alte gelbe Schulbusse aus den USA. Manchmal taucht ein vertrauter Umweltzonenaufkleber auf. Pannen sind an der Tagesordnung; in den 11 Tagen meines Aufenthalts habe ich vier erlebt:

Am 25.3. haben wir haben den LKW, der unseren Container zum Lagerraum gefahren hat, begleitet, irgendwann versagte seine Kupplung. Am Rande der großen Ausfahrtstraße konnten wir die vielen Händler beobachten, die auch hier ihre Waren anbieten. Auf der Fahrt ans Meer, einen Tag später, versagte dann der Motor von Cordelias und Toures Auto, ein größerer Schaden. Sie mussten mit dem Taxi weiter fahren. Alia hat den Wagen nach Conakry abschleppen lassen, um ihn dort zu reparieren. Er ist ein wahrer Künstler. Und das vierte Mal? Eigentlich eine Kleinigkeit, ein geplatzter Reifen kostete Toure und Marek kostbare Zeit für ihre Filmaufnahmen mit Sow in Dubreka.

Hinzufügen muss ich ein fünftes Mal: Auf der Rückfahrt von Dubreka, wo der Inhalt unseres Containers gelagert wurde, gab es einen kleinen Auffahrunfall. Toure wollte Fußgänger über die Straße lassen, Alia, ein wunderbarer, umsichtiger Autofahrer, konnte rechtzeitig bremsen, der Taxifahrer hinter uns jedoch nicht. Es gab einen heftigen Rums. Nun folgten unendliche Diskussionen mit wechseln- den Teilnehmern, die sich um unsere Autos drängten und ereiferten, obwohl kaum jemand den Unfall beobachtet hatte. Toure stand mittendrin als ruhiger Pol. Es ging nicht etwa darum, wer Recht hatte. Der Taxifahrer hatte kein Geld, aber wir, als Weiße, hatten doch Geld. Die Diskussion wurde in Soussou geführt. Ich habe nichts verstanden, aber alles mit wachsendem Staunen beobachtet. Toure konnte zum Schluss den Taxifahrer von seiner Verantwortung überzeugen.
So ist Warten und sich immer wieder auf veränderte Situationen einstellen das Erste, was man in Guinea lernt. Und Vorsorgen: Immer genügend Essen und Wasser im Auto haben, denn auf der Straße können wir ja nichts kaufen.

In der Familie Sylla

Für Marek und mich haben Cordelia und Toure bei einer Familie zwei Zimmer gemietet. Um einen L-förmigen Gang gruppieren sich verschiedene Zimmer. Man betritt den Gang an der Kochstelle vorbei mit dem vertrauten kleinen Kocher und großen bunten Plastikschüsseln für den Abwasch. Da das Leben sich zum großen Teil in dem schmalen Innenhof abspielt, dürfen wir an allem teilhaben – kochen, essen, Wäsche waschen und sich selbst waschen. Germaine, die 71jährige Mutter und Großmutter der Familie, demenzkrank, wird mit viel Liebe von ihren Kindern und ihrer Enkeltochter Fatime betreut. Was die Religion betrifft, ist man sehr frei. Germaine ist katholisch, unter ihren sieben Kindern gibt es katholische, anglikanische und islamische. Es wird viel erzählt und gelacht, morgens mit dem Sonnenaufgang beginnend, abends gegen 23 Uhr endend.

Infobrief_3

Unsere Zimmer sind wie alle Zimmer der Familie fensterlos. Eine laute Klimaanlage sorgt für Kühlung und ein Kühlschrank für gekühltes Essen und Getränke sowie für weitere akustische Untermalung. Das kleine Bad“ ist mit Toilette, Waschbecken und einem Abfluss im Fußboden ausgestattet. Die Wasserhähne sind funktionslos, eine Reihe gefüllter Eimer und Wasserkanister ersetzen sie. Marie-Noel, meine Zimmerwirtin, füllt mir die Eimer immer wieder auf. Es gibt öffentliche Wasserhähne in der Stadt, die aber auch nicht immer Wasser liefern. So legen sich manche Menschen Wasservorräte in riesigen Wasserbehältern an. In der ersten Nacht wurde ich von einem ohrenbetäubenden Lärm geweckt. Es klang, als ob ein Wasserfall aufs Haus platscht und die Wand entlang läuft. Der Nachbar füllt seine Behälter halt bevorzugt nachts.

Geld und Einkaufen

Am günstigsten werden Einkäufe auf der Straße getätigt, auf Märkten oder bei den Ich-Ags [ein Begriff, den Cordelia geprägt hat], also Menschen, die ihre Ware in der Hand
oder auf dem Kopf tragen. Viele Händler [meist Frauen oder Kinder] kaufen eine Großpackung und füllen diese in Kleinpackungen um, so wird z.B. Saft und Wasser in kleinen Plastiktüten angeboten. Andere Händler oder Händlerinnen tragen Schuhe in der Hand oder reihen Mangos am Straßenrand auf. Auch Geld wird auf der Straße getauscht und SIM-Karten oder Internetzugänge [per Stick] gekauft. Da von Weißen grundsätzlich höhere Preise verlangt werden und es für uns am Anfang nicht über-schaubar war, wo man was be- kommt, hat Toure alles für uns erledigt. Auf der Straße bekommt man einen günstigeren Wechselkurs als in der Bank. Die Geldwechsler [ein Männerberuf] haben Kontakt zu jemandem in der Bank. Dieser organisiert das Geld günstig, obwohl er und der Straßenhändler daran verdienen. In Guinea ist Infiation, 1 € sind knapp 10.000 FG [guineische Francs]. Das typische Portemonnaie ist eine schwarze Plastiktüte. In den ersten Tagen wechselte Toure mir 500 €. Ich war stolze Besitzerin von 1,8 Millionen FG in 5000 FG-Scheinen, das sind fast 1000 Geldscheine, abgepackt in 100er-Bündeln! Geldzählen ist in Guinea eine zeitraubende Tätigkeit.

Ein Spaziergang in Conakry

Aus dem Haus kommend begrüßt mich das Skandieren der Kinder in der gegenüber liegenden Schule der anglikanischen Kirche. Die Schulen haben keine Fenster, sondern versetzt gemauerte Steine. So ist immer frische Luft in den Klassen. Die hellen Stimmen der Kinder, die überwiegend durch Nachsprechen lernen, sind in vielen Straßen zu hören. Eine TV-Klinik hat ihre Fernseher am Bordstein aufgebaut. In einem offenen Frisiersalon wird einem Mann der Kopf rasiert, nebenan wird aus einem buntbedruckten Stoff ein Kleid genäht. Ein paar Schritte weiter hat eine Frau ihren Kopf auf den Schoß einer anderen gelegt, viele Zöpfchen müssen noch geflochten werden. Ein paar Bänke und eine Kochstelle zeigen ein Straßencafe an. Vor dem Nachbarhaus legt jemand Teppiche unter einem Vor- dach aus. Auf dem Rückweg sehe ich unter der Anleitung eines Vorbeters eine Gruppe von Männern zum traditionellen Gebet knien. Am Straßenrand stehen Autowracks, jemand repariert sein Auto. Immer wieder weiche ich Menschen, fahrenden Autos und Müllbergen aus. Die Menschen sind meist jung, viele Mütter, die ihre Kinder auf dem Rücken tragen sowie eine gefüllte Plastikschüssel, einen Wasserkanister oder einen Stoffballen auf dem Kopf. Viele, viele Kinder unter-schiedlichen Alters, Schüler und Schülerinnen in ihren beigefarbenen Uniformen, manche Mädchen in rot-weiß-karierten Kleidern. Manchmal höre ich das Wort fohti“ [ Weiße“, ausgesprochen wie das englische fourty]. Das Pendant ist fore“ [Schwarzer, ausgesprochen wie das französische foret]; und schnell entwickelt sich daraus ein Spiel: Fohti!“ Fore!“ Fohti!“ Fore!“

Die Kinder schauen zunächst ernst, lächle ich sie an, breitet sich ein herzerwärmendes Strahlen über ihr Gesicht aus. Auch Kontakte zu Frauen lassen sich leicht knüpfen. Viele Menschen haben schöne, klare Gesichter. Ich habe keine Angst, allein zu gehen. Aggressionen sind nicht zu spüren. Eine Gruppe von Ziegen und einige ockerfarbene Hunde suchen sich Futter. Ein junger Mann mit Mundschutz, völlig mit grauem Schmutz bedeckt, schiebt einen hohen, zweirädrigen Karren. Er sammelt Müll ein und bringt ihn zur Mülldeponie. Und alles ist überpudert von rotem Staub, jeder Baum, jeder Strauch, jeder Stein.

In der Ferne sehe ich Minarette und ganz in der Nähe, direkt gegenüber vom Sitz des Präsidenten, einen Kirchturm. Ich betrete die Kirche, es ist die Kathedrale von Conakry,
ein großes, helles Gebäude mit Glasfenstern in bunten Farben und Darstellungen von Bildern von weißen Heiligen. Im Hintergrund höre ich Stimmengewirr aus der dazugehörigen Schule.

Korruption

Guinea gehört zu den korruptesten Ländern der Welt. Jeder sorgt für sich und die Auswirkungen sind überall spürbar. Ein Beispiel ist das Geldwechseln, das ich oben schon beschrieben habe. Da alle Angestellten kaum etwas verdienen, müssen sie sich Zusatzeinnahmen verschaffen: Polizisten halten ohne erkennbaren Grund Autos auf der Straße an, gegen eine angemessene Zahlung, darf man weiter fahren. Alle öffentlichen Genehmigungen werden nur mit langwierigen Verzögerungen erstellt, denn jeder möchte daran verdienen.

Allein für die Bestätigung, dass unser Antrag eingegangen ist, mussten wir ca. 15 € zahlen. Dies ist aber erst der erste Schritt. Viele weitere Angestellte folgen. So ist zu verstehen, dass es vier Wochen gedauert hat, bis der Container freigegeben wurde. Auf dem Flughafen wollte man Marek seine Koffer nicht aushändigen, dank Toures Einsatz musste er keine Extrazahlungen leisten.

Sow und Dubreka

InfobriefSow, seine Familie und seine Freunde habe ich beim Ausräumen des Containers nur kurz kennen gelernt. Diese Waren sind jetzt in Dubreka in der Nähe der neuen Unterkunft der Gruppe sicher gelagert. Denn die körperbehinderten Menschen wurden kurzerhand aus
Conakry ausgesiedelt, da sie bei einem Staatsbesuch das Straßenbild störten. Sie leben zwar nicht mehr unter einer Brücke, haben aber alle gemeinsam nur einen Raum zur Verfügung gestellt bekommen, Wasser ist in weiter Entfer- nung, und ihre Geldeinnahme, die Spenden der Besucher der Moschee, ist ihnen genommen. Sow, der Sprecher der Gruppe, ist ein intelligenter, nachdenklicher Mann, vor dessen Mut, Kraft, Zielstrebigkeit und Ausdauer ich viel Hochachtung habe. Cordelia und Toure sind mit unserem Verein eine große Hoffnung für ihn und seine Gruppe.
Es gibt inzwischen geeignete Räume für uns in Dubreka und viele Pläne, diese zu beleben; aber all das werden Cordelia und Toure berichten, wenn sie wieder hier sind.

Auch wenn ich wegen der schwierigen Lebensumstände dort und der Ausbreitung von Ebola bereits nach 11 Tagen gefahren bin, trage ich viele Eindrücke in mir. Es ist schwer, ein Bild vom Leben in Guinea zu vermitteln. Ich versuche es mit meinen Worten, aber noch eindrücklicher werden dies die vielen Fotos von Cordelia und vor allem die unzähligen Fotos und Filmaufnahmen von Marek zeigen können. Aber alles zeigt immer nur einen kleinen Ausschnitt. Die Gesamtheit dieses unglaublichen, energiegeladenen Chaos von Menschen, von Autos, Hütten, Häusern, Bauruinen, Müll, leuchtenden Farben, von Stimmen, Lachen, Hupen und Motoren, von Autoabgasen, Holzkohlefeuern, Kloaken- und Essensdüften ist einzigartig und überwältigend und lässt sich nicht übermitteln.

  von Bettina Wilker, April 2014


NIESEN unterstützt Verein Hilfe für Guinea e.V. durch Lager-Leistungen

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Köln/Leverkusen, 26.05.2014

Die ehrenamtliche Kölner Initiative Hilfe für Guinea e.V. setzt sich aktiv für eine Gruppe behinderter Menschen und Familien in Guinea ein. Im Mittelpunkt stehen bislang der Aufbau einer mobilen Arztpraxis und einer Schule für die Kinder der Menschen, die durch ihre körperliche Behinderung vom öffentlichen Leben ausgegrenzt sind. NIESEN unterstützte den Verein durch die kostenlose Bereitstellung von Lageroptionen über eineinhalb Jahre und bei der Verschiffung zweier Seecontainer nach Guinea, gefüllt mit gesammelten Rollstühlen, medizinischem Gerät und Schulmobiliar.

Körperlich Behinderte leben in Gemeinschaften auf der Straße

Eine typische Geschichte in Guinea. Mamadou Diallo wird in der Hauptstadt Conakry geboren. Im Alter von drei Jahren erkrankt er an Kinderlähmung, seit dieser Zeit kann Diallo nicht mehr ohne Hilfsmittel laufen. Seine Eltern besuchen mit ihm als Kind einen Heiler, jedoch gelang die Behandlung nicht. Weitere medizinische Versorgung kann sich die Familie nicht leisten. Die Folgen der Behinderung sind Ausgrenzung aus der Familie, auch Nahrung, Kleidung und Bildung werden ihm versagt.

Diallos Schicksal teilen im westafrikanischen Land viele Menschen mit Behinderung. Wer nicht gesund ist, hat es im ohnehin armen Land noch schwerer. Mit fünfzehn verlässt Diallo also seine Familie und entschließt sich, mit anderen körperbehinderten Menschen auf der Straße zu leben. Heute ist der Mann dreißig, die Hälfte seines Lebens verbringt Diallo nun schon in der Gruppe der rund 30 Ausgestoßenen. Gemeinsam versucht die Gruppe, das tägliche Überleben für sich und den entstehenden Familien zu sichern.

Auch auf der Straße entstehen Familien

Betteln ist fast die einzige Möglichkeit, um an Geld zu kommen. Dabei lernt Mamadou Diallo seine Frau Habibatou kennen. Sie ist heute 29 und ebenfalls behindert. Gemeinsam haben die beiden drei Kinder im Alter von fünf, acht und neun Jahren. In der äußerst prekären Lebenssituation ist ein normales Familienleben aber unmöglich.
Aufgrund der Behinderung können die Eltern nicht arbeiten. Medizinische Versorgung ist zu teuer, erschwerend hinzu kommt die Isolation vom gesellschaftlichen Leben. Selbst Rollstühle, die für ein wenig Mobilität sorgen würden, sind unerschwinglich, kosten sie auch in Guinea umgerechnet immer noch rund 100 Euro.

Es gibt keinen Zugang zu Trinkwasser, die hygienischen Verhältnisse in den eher provisorischen »Unterschlüpfen« sind schlecht. Zwei der Kinder des Ehepaares sind zwar schulpflichtig, eine normale Ausbildung ist jedoch nicht gewährleistet. Staatliche Versorgung gibt es in dem armen Land mit zirka 10 Millionen Einwohnern keine.

Hilfe für Guinea e.V. aus Köln unterstützt die Gruppe

Das Ehepaar Cordelia Hoppe und Moustapha Touré aus Köln gründete 2007 den Verein Hilfe für Guinea. Touré stammt ursprünglich aus Guinea und kennt die Bedingungen des Landes. Gemeinsam beschließen die beiden aktiv zu werden, um die 30 Familien um Mamadou Diallo zu unterstützen.

So entsteht eine mobile Arztpraxis, die eine medizinische Grundversorgung sichert. Wer kein Geld hat, erhält kostenlose Hilfe, ansonsten kostet eine Untersuchung umgerechnet 30 Cent. Medikamente sind ebenfalls kostenfrei und werden aus Spenden finanziert. Auch eine Schule befindet sich derzeitig im Aufbau. Das Projekt stößt bei den Familien auf Begeisterung. „Ich wünsche mir, dass meine Kinder ein besseres Leben haben. Anstatt zu betteln, sollen sie eine Schule besuchen können“, erklärt Diallo. Schließlich ist Bildung der beste Weg in ein besseres Leben.

Ende Januar reisen Hoppe und Touré nach vielen vergangenen Besuchen erneut nach Guinea. „Im Gepäck“ haben Sie zwei Seecontainer, gefüllt mit Rollstühlen, medizinischem Gerät, Schulmöbeln und auch Nahrung. Die Rollstühle sichern eine gewisse Mobilität für die behinderten Erwachsenen und die Arztpraxis konnte erweitert werden. Auch die Schule gedeiht weiter und soll im Oktober 2014 bald eröffnet werden.

Die Bedingungen vor Ort in Guinea sind oft widerspenstig, riskant ist die gesundheitliche Bedrohung, da der tödliche Ebola-Virus noch nicht verschwunden ist. „Die Begeisterung und Freude der Menschen in Conakry über die Hilfe macht die Gefahren aber wieder wett“, sagt Cornelia Hoppe über Ihren Aufenthalt. „Es ist toll zu sehen, dass hier etwas entsteht und die Menschen aktiv mitziehen“.

Am 15. Mai kehrten Hoppe und Touré nach drei turbulenten Monaten gesund und motiviert nach Köln zurück. Beide sind überzeugt und zuversichtlich, dass sich die auf den Weg gebrachten Projekte gut fortsetzen.

Spenden machen die Projekte möglich

Die guten Ortskenntnisse von Moustapha Touré sind ein Garant für den Erfolg der Projekte. Ohne finanzielle Zuwendungen oder Sachspenden aus Deutschland wären die Projekte jedoch nicht möglich.

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Für die Verschiffung der beiden Seecontainer erhielt der Verein Hilfe von NIESEN. Die Möbelspedition stellte Lageroptionen kostenlos bereit, in dem die Materialien für Guinea über eineinhalb Jahre von den Aktivisten gesammelt werden konnten. Zudem half das Unternehmen bei der Überseeverschiffung der beiden Seecontainer. Auch Privatleute können das Projekt in jeder Größenordnung unterstützen. Für rund 30 Euro monatlich kann einem Kind in Guinea der Schulbesuch samt einer täglichen warmen Mahlzeit gesichert werden. Entsprechende Sachspenden sind auch willkommen.

Über Hilfe für Guinea e.V.

Gegründet 2007 in Köln setzt sich der Verein für die schulische und medizinische
Grundversorgung von Menschen in Guinea ein. Bundesweit arbeiten momentan 56 Mitglieder ehrenamtlich an den verschiedenen Projekten. Zukünftig geplante Projekte sind eine Werkstatt, eine Sportschule und die Errichtung einer Krankenstation.

Über Guinea

Guinea ist eine präsidial geführte Republik in Westafrika und beheimatet rund 10 Millionen Menschen. Die Amtssprache ist französisch. Der Staat ist durch eine hohe Armut geprägt, die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen liegt bei etwa 42 Jahren.

 


Projektarbeit in Guinea – zwischen Ebola und Zuversicht

Liebe Vereinsmitglieder, Unterstützer, Spender und Vereinsfreunde,
nach fast vier Monaten Vereinsarbeit in Guinea sind wir wieder wohlbehalten zurück.

  • Was hat sich vor Ort getan?
  • Was haben eure Spenden bewirkt?
  • Welche Projekte brauchen eure aktive Unterstützung?

Auf diese und andere Fragen möchten wir mit Bildern, Worten und Musik antworten.

Wir freuen uns auf euch!
Herzlich Cordelia Hoppe und Ibrahim Touré


Korbflechterei

Die Korbflechterei ist voll in männlicher Hand. Seit Jahresende 2016 stellen dort körperbehinderte Männer Flechtwaren wie Stühle und Regale her, die verkauft werden. Material und Werkzeuge werden vom Verein finanziert.

 


Projektdokumentation

Die ersten Schritte unseres Projekts „Mobile Arztpraxis“ sind geschafft.
Der Krankenwagen ist in Guinea und auch bereits eine erste Tour durch die Dörfer gefahren.
Ibrahim und Werner sind nach 12 tätiger Projektarbeit „Mobile Arztpraxis“ in Guinea nun wieder hier.

Sie möchten über den Stand des Projekts in Guinea informieren:
am Samstag, den 02. Juni 2012 ab 18:00 Uhr in der Café Bar (Ubierring 33, 50678 Köln) .


Mitgliederversammlung am 03.März 2012

Mitgliederversammlung am 03. März 2012
Rückblick und Ausblick.

Wir laden alle Mitglieder zur Jahresversammlung ein.
Zeit: 16:00 Uhr
Ort: Café Bar – Ubierring 33, 50678 Köln


Sponsorenlauf für die „Mobile Arztpraxis“ von Hilfe für Guinea

Die Förderschule für körperliche Entwicklung in der Belvedere Straße startet einen “ Lebenslauf “ zur Unterstützung des dortigen Fördervereins und des Projekts „Mobile Arztpraxis“ von Hilfe für Guinea e.V. Mitglieder des Vorstandes werden an diesem Tag dort sein.

Vor drei Jahren hat die LVR Förderschule Belvederestrasse in Köln (Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung) das Fairplay Projekt „ Belve Sport Team“ ins Leben gerufen. Hierzu gehören sportliche und sozial ausgerichtete Aktionen mit den Zielen:

  • die Schüler mit Sportarten vertraut zu machen, die sie langfristig, insbesondere nach der Schulzeit ausüben und finanzieren können, um Frustrationserlebnisse besser zu kompensieren. Hintergrund ist hier vor allem die schlechte Arbeitsmarktsituation für diese Kinder. Da die Wenigsten eine Chance auf dem freien Arbeitsmarkt haben und die Anzahl der Werkstattplätze stark eingeschränkt wird, ist davon auszugehen, dass ein Gros der Schüler keine Anstellung finden wird.
  • begleitete Grenzerfahrungen bezgl. der Leistungsfähigkeit zu machen und dabei lernen, sich „durchzubeißen“,
  • den Fairplaygedanken zu erleben und zu lebenden Teamgedanken/Teamgeist zu erfahren und
  • Dritten zu helfen und sich nicht nur als Hilfsempfänger zu erleben.

Der Sponsorenlauf ist einer der Aktionen, die umgesetzt werden: Die gesamte Schülerschaft der Schule treibt einen Tag lang Sport, ob zu Fuß oder im Rollstuhl, und sammelt mit der erbrachten Leistung Sponsorengelder ein, um soziale Projekte zu unterstützen.

Vor drei Jahren haben wir an der LVR Förderschule Belvederestrasse in Köln (Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung) das Fairplay Projekt „ Belve Sport Team“ ins Leben gerufen. Hierzu gehören sportliche und sozial ausgerichtete Aktionen mit den Zielen:

· die Schüler mit Sportarten vertraut zu machen, die sie langfristig, insbesondere nach der Schulzeit ausüben und finanzieren können, um Frustrationserlebnisse besser zu kompensieren. Hintergrund ist hier vor allem die schlechte Arbeitsmarktsituation für diese Kinder. Da die Wenigsten eine Chance auf dem freien Arbeitsmarkt haben und die Anzahl der Werkstattplätze stark eingeschränkt wird, ist davon auszugehen, dass ein Gros der Schüler keine Anstellung finden wird.


Panterpreis für Hadja Kitagbe Kaba

„Mama Africa“: Kampf gegen Beschneidung in Guinea
Hadje Kitagbe Kaba, die Intiatorin des Vereins  „Mama Africa“,  kämpft weit entfernt von ihrer Heimat gegen die brutale Tradition der weiblichen Beschneidung in ihrem Heimatland in Guinea. Für ihren Einsatz wurde Hadje Kitagbe Kaba mit dem Panter-Preis der Taz-Leserinnen ausgezeichnet.  „Merci, merci, merci, encore merci“, sagte Hadje Kaba überwältigt. Als Mädchen von sieben Jahre wurde sie selbst beschnitten.
„Ihre eigene Geschichte zeigt, dass nichts bleiben muss, wie es ist, dass wir zu Veränderungen in der Lage sind“, sagte die Schauspielerin Jasmin Tabatabai in ihrer Laudatio.
Mehr: „Taz“-Panter-Preis-Verleihung 2011:  „Nichts muss bleiben, wie es ist“


Mobile Arztpraxis

Seit April 2012 gibt es unsere mobile Arztpraxis. In den ersten Jahren rollte sie durch abgelegene Dörfer, um eine medizinische Erstversorgung zu gewährleisten. Aufgrund der bisher größten Ebola-Epidemie in Guinea 2014 wurden in vielen Dörfern Krankenstationen errichtet. Trotzdem ist die Gesundheitsvorsorge in Guinea weiterhin katastrophal. Nur wenige Menschen können sich einen Arztbesuch leisten.

Seit 2016 haben wir den Schwerpunkt unserer mobilen Arztpraxis verlagert und behandeln Körperbehinderte und Obdachlose im Gebiet Kagbelen, ein Stadtteil am Stadtrand von Conakry.


Dank aus Guinea

Telefonat mit Dr. Mohamed Awada und Dr.  Oulare in Guinea

Gestern habe ich mal wieder mit unseren Kooperationspartnern Dr. Mohamed Awada, Direktor Krankenhaus Ignace Deen und Dr. Oulara, Chefarzt der Chirurgie Hopital prefectoral in Forecariah telefonieren können.

Sie sind sehr dankbar. Mit unseren Spenden ist es ihnen möglich, sauberer und mit der nötigen medizinischen Hygiene zu arbeiten. So wie sie es als Ärzte auch wollen. Viele Menschen konnten sie so mit Erfolg behandeln. Sie gehen davon aus, dass das gespendete medizinische Material mindestens noch bis Ende November 2011 reichen wird.

Und sie freuen sich sehr darüber, dass Hilfe für Guinea e.V. eine „Mobile Arztpraxis“ realisieren möchte. Endlich auch den Menschen in weit entfernteren Dörfern helfen zu können, ist auch ihnen ein großes Anliegen.


Weg mit den Messern!

Hadja Kitagbe Kaba aus Guinea nominiert für den Taz Panterpreis
Als Kind sehnte Hadja Kaba ihre Beschneidung herbei. Erst Jahre später erkannte sie, was ihr angetan wurde. Heute kämpft sie gegen die grausame Tradition. mehr (taz.de)

Die sechs Nominierten
Bis zum 3. September können Sie über Ihre Nummer Eins abstimmen.
-> zum taz Panter Preis 2011

 


Medienfreiheit in Guinea und Niger

Hoffnungsvolle Fortschritte dürfen nicht wieder rückgängig gemacht werden.
Reporter ohne Grenzen (ROG). In Niger und Guinea bestehen Chancen für eine dauerhafte Verbesserung der Lage der Medien. Nach politischen Umbrüchen in den beiden westafrikanischen Ländern im Jahr 2010 haben Übergangsregierungen demokratische Reformen eingeleitet und den Weg mehr


37 Festnahmen nach Putschversuch in Guinea

37 Festnahmen nach Putschversuch in Guinea

Conakry – Nach dem versuchten Anschlag auf den ersten demokratisch gewählten Präsidenten von Guinea sind in dem westafrikanischen Staat mindestens 37 Soldaten festgenommen worden. Viele von ihnen hätten Verbindungen zu zwei früheren Militärherrschern, verlautete am Mittwoch aus Kreisen der Streitkräfte.
weiter lesen in: The Epoch Times online


Sensationeller Affenstamm in Guinea

Forscher entdecken die klügsten Affen der Welt
Im afrikanischen Guinea ist ein sensationeller Affenstamm aufgetaucht – und das nur einen Steinwurf von menschlichen Siedlungen entfernt. So schlau war bisher kein Clan. Diese Schimpansen lassen wirklich alle staunen, selbst erfahrenste Wissenschaftler.

-> mehr auf WELT ONLINE


Spendenaktionen 2011

Der Vereinsvorsitzende Ibrahim Touré berichtet über die Spendenaktion 2011 in einem Interview mit concept m research + consulting GmbH.

Sachspende Krankenhaus

Bessere Gesundheitsvorsorge für die Menschen in Guinea ist ein wichtiges Ziel unseres Vereins.
2011 konnten wir den beiden öffentlichen Krankenhäusern „Ignace Deen“ in Conakry und „Hôpital préfectoral“ in Forékariah medizinisches Hilfsmaterial wie Katheter, sterile Spritzen, Verbandszeug, Inkontinenzwindeln und Urinbeutel  im Wert von über 60.000 € übergeben.

Kleiderspenden im Dorf Nalou Khouré und im Dorf Gberika

Einen Teil der Kleiderspende brachten wir zu den Dörfern Nalou Khouré (180 Km von Conakry) und Gberika (120 km von Conakry). In diesen Dorfgemeinschaften leben viele Großfamilien, überwiegend Frauen mit ihren Kindern und ältere Menschen.

Besonderes in der Regenzeit wird es dort abends empfindlich kalt.

Infolge der großen Temperaturschwankungen plagen die Menschen von Nalou Khouré und Gberika heftige Erkältungskrankheiten.  Ihnen fehlt warme Bekleidung.

Kleiderspende vor der Faycal Moschee (Conakry)

Bereits zum zweiten Mal verteilten wir Kleiderspenden an obdachlosen Frauen mit ihren Kindern, Behinderte und alte Menschen, die in Conakry an der Straße vor der Grande Mosquée Faycal leben.

Sie werden von der Regierung geduldet. Insbesondere nach dem Freitagsgebet können sie mit einigen Almosen rechnen.
All diese Menschen besitzen nur die Kleidung, die sie am Körper tragen. Kaputte Plastiksandalen werden immer wieder geklebt, so dass sie halbwegs die Regenzeit überstehen. Umso größer war die Freude zum Beispiel bei Mohamed über ein neues Paar Schuhe und eine neue Jacke.
Mohamed erkrankte an Kinderlähmung und sitzt seit seinem dritten Lebensjahr im Rollstuhl.


africologne 2011

Das africologne-FESTIVAL des modernen (west-)afrikanischen Theaters findet vom 22.-28. Juni 2011 im Theater im Bauturm sowie im „Rautenstrauch-Joest-Museum.Kulturen der Welt“ in seiner ersten Ausgabe statt.

Das Festival präsentiert sieben Theater-Produktionen – darunter zwei Europa-Premieren, vier Deutschland-Premieren bzw. Erstaufführungen im deutschsprachigen Raum sowie eine Köln-Premiere!


ILO: Bahnbrechendes Abkommen zum Schutz von Hausangestellten

Einheitliche Arbeitsrechtsstandards für über 100 Millionen Menschen  Hausangestellte weltweit.
16. Juni 2011.
Human Rights Watch-Recherchen über minderjährige Hausangestellte in El Salvador, Guinea, Indonesien, Marokko und Togo ergaben, dass manche Kinder bereits im Alter von sechs Jahren zu arbeiten beginnen und dies bis zu 16 Stunden pro Tag, sieben Tage pro Woche. Eine Untersuchung von Human Rights Watch in Indonesien zeigte, dass nur ein einziges der 45 befragten minderjährigen Hausangestellten eine Schule besuchte. Hausangestellte im Kindesalter sind darüber hinaus auch körperlicher und sexueller Gewalt schutzlos ausgeliefert.“


“Worte des Lebens”

“Worte des Lebens” -TIBALA, eine freie Theatercompany in Conakry. Ein Film von Barbara Thalheim.