NIESEN unterstützt Verein Hilfe für Guinea e.V. durch Lager-Leistungen

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Köln/Leverkusen, 26.05.2014

Die ehrenamtliche Kölner Initiative Hilfe für Guinea e.V. setzt sich aktiv für eine Gruppe behinderter Menschen und Familien in Guinea ein. Im Mittelpunkt stehen bislang der Aufbau einer mobilen Arztpraxis und einer Schule für die Kinder der Menschen, die durch ihre körperliche Behinderung vom öffentlichen Leben ausgegrenzt sind. NIESEN unterstützte den Verein durch die kostenlose Bereitstellung von Lageroptionen über eineinhalb Jahre und bei der Verschiffung zweier Seecontainer nach Guinea, gefüllt mit gesammelten Rollstühlen, medizinischem Gerät und Schulmobiliar.

Körperlich Behinderte leben in Gemeinschaften auf der Straße

Eine typische Geschichte in Guinea. Mamadou Diallo wird in der Hauptstadt Conakry geboren. Im Alter von drei Jahren erkrankt er an Kinderlähmung, seit dieser Zeit kann Diallo nicht mehr ohne Hilfsmittel laufen. Seine Eltern besuchen mit ihm als Kind einen Heiler, jedoch gelang die Behandlung nicht. Weitere medizinische Versorgung kann sich die Familie nicht leisten. Die Folgen der Behinderung sind Ausgrenzung aus der Familie, auch Nahrung, Kleidung und Bildung werden ihm versagt.

Diallos Schicksal teilen im westafrikanischen Land viele Menschen mit Behinderung. Wer nicht gesund ist, hat es im ohnehin armen Land noch schwerer. Mit fünfzehn verlässt Diallo also seine Familie und entschließt sich, mit anderen körperbehinderten Menschen auf der Straße zu leben. Heute ist der Mann dreißig, die Hälfte seines Lebens verbringt Diallo nun schon in der Gruppe der rund 30 Ausgestoßenen. Gemeinsam versucht die Gruppe, das tägliche Überleben für sich und den entstehenden Familien zu sichern.

Auch auf der Straße entstehen Familien

Betteln ist fast die einzige Möglichkeit, um an Geld zu kommen. Dabei lernt Mamadou Diallo seine Frau Habibatou kennen. Sie ist heute 29 und ebenfalls behindert. Gemeinsam haben die beiden drei Kinder im Alter von fünf, acht und neun Jahren. In der äußerst prekären Lebenssituation ist ein normales Familienleben aber unmöglich.
Aufgrund der Behinderung können die Eltern nicht arbeiten. Medizinische Versorgung ist zu teuer, erschwerend hinzu kommt die Isolation vom gesellschaftlichen Leben. Selbst Rollstühle, die für ein wenig Mobilität sorgen würden, sind unerschwinglich, kosten sie auch in Guinea umgerechnet immer noch rund 100 Euro.

Es gibt keinen Zugang zu Trinkwasser, die hygienischen Verhältnisse in den eher provisorischen »Unterschlüpfen« sind schlecht. Zwei der Kinder des Ehepaares sind zwar schulpflichtig, eine normale Ausbildung ist jedoch nicht gewährleistet. Staatliche Versorgung gibt es in dem armen Land mit zirka 10 Millionen Einwohnern keine.

Hilfe für Guinea e.V. aus Köln unterstützt die Gruppe

Das Ehepaar Cordelia Hoppe und Moustapha Touré aus Köln gründete 2007 den Verein Hilfe für Guinea. Touré stammt ursprünglich aus Guinea und kennt die Bedingungen des Landes. Gemeinsam beschließen die beiden aktiv zu werden, um die 30 Familien um Mamadou Diallo zu unterstützen.

So entsteht eine mobile Arztpraxis, die eine medizinische Grundversorgung sichert. Wer kein Geld hat, erhält kostenlose Hilfe, ansonsten kostet eine Untersuchung umgerechnet 30 Cent. Medikamente sind ebenfalls kostenfrei und werden aus Spenden finanziert. Auch eine Schule befindet sich derzeitig im Aufbau. Das Projekt stößt bei den Familien auf Begeisterung. „Ich wünsche mir, dass meine Kinder ein besseres Leben haben. Anstatt zu betteln, sollen sie eine Schule besuchen können“, erklärt Diallo. Schließlich ist Bildung der beste Weg in ein besseres Leben.

Ende Januar reisen Hoppe und Touré nach vielen vergangenen Besuchen erneut nach Guinea. „Im Gepäck“ haben Sie zwei Seecontainer, gefüllt mit Rollstühlen, medizinischem Gerät, Schulmöbeln und auch Nahrung. Die Rollstühle sichern eine gewisse Mobilität für die behinderten Erwachsenen und die Arztpraxis konnte erweitert werden. Auch die Schule gedeiht weiter und soll im Oktober 2014 bald eröffnet werden.

Die Bedingungen vor Ort in Guinea sind oft widerspenstig, riskant ist die gesundheitliche Bedrohung, da der tödliche Ebola-Virus noch nicht verschwunden ist. „Die Begeisterung und Freude der Menschen in Conakry über die Hilfe macht die Gefahren aber wieder wett“, sagt Cornelia Hoppe über Ihren Aufenthalt. „Es ist toll zu sehen, dass hier etwas entsteht und die Menschen aktiv mitziehen“.

Am 15. Mai kehrten Hoppe und Touré nach drei turbulenten Monaten gesund und motiviert nach Köln zurück. Beide sind überzeugt und zuversichtlich, dass sich die auf den Weg gebrachten Projekte gut fortsetzen.

Spenden machen die Projekte möglich

Die guten Ortskenntnisse von Moustapha Touré sind ein Garant für den Erfolg der Projekte. Ohne finanzielle Zuwendungen oder Sachspenden aus Deutschland wären die Projekte jedoch nicht möglich.

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Für die Verschiffung der beiden Seecontainer erhielt der Verein Hilfe von NIESEN. Die Möbelspedition stellte Lageroptionen kostenlos bereit, in dem die Materialien für Guinea über eineinhalb Jahre von den Aktivisten gesammelt werden konnten. Zudem half das Unternehmen bei der Überseeverschiffung der beiden Seecontainer. Auch Privatleute können das Projekt in jeder Größenordnung unterstützen. Für rund 30 Euro monatlich kann einem Kind in Guinea der Schulbesuch samt einer täglichen warmen Mahlzeit gesichert werden. Entsprechende Sachspenden sind auch willkommen.

Über Hilfe für Guinea e.V.

Gegründet 2007 in Köln setzt sich der Verein für die schulische und medizinische
Grundversorgung von Menschen in Guinea ein. Bundesweit arbeiten momentan 56 Mitglieder ehrenamtlich an den verschiedenen Projekten. Zukünftig geplante Projekte sind eine Werkstatt, eine Sportschule und die Errichtung einer Krankenstation.

Über Guinea

Guinea ist eine präsidial geführte Republik in Westafrika und beheimatet rund 10 Millionen Menschen. Die Amtssprache ist französisch. Der Staat ist durch eine hohe Armut geprägt, die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen liegt bei etwa 42 Jahren.

 

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